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Zurück im Netz

Nunja, der Wechsel zu VDSL bei der Telekom war alles andere als einfach. Die Telekom scheint auch keinen so richtigen Plan zu haben, wie man Kunden problemlos umzieht und Offline-Zeiten gering hält.

Am Ende war ich rund einen Monat ohne Internet und hab etliche Stunden in Hotlines verbracht. Wenn ich das alles aufgeschrieben hätte, hätte ich hier diverse Seiten füllen können. Aber eigentlich war mir das alles zu viel negativer Inhalt.

Interessanterweise hat unser Wirtschaftsminister gerade zu dem Zeitpunk angekündigt, dass der DSL-Wechsel künftig per Gesetz nur noch einen Tag dauern soll. Ich würde es mehr als begrüßen. Denn wie kann man von freier Entscheidung des Kunden für einen Anbieter reden, wenn man Gefahr läuft, für längere Zeit sein Internet zu verlieren. Gerade für Freiberufler oder kleine Firmen ist das ein nicht zu kalkulierendes Risiko.

Auf dem Weg in die Versorgungslücke

Nun ist es endlich soweit. Der Wechsel meines DSL-Anbieters steht direkt bevor. Aber wer denkt, es wäre nur schwierig, von der Telekom weg zu kommen und die andere Richtung ist total einfach, irrt gewaltig.

Als ich meine Kündigungsbestätigung von 1und1 in der Hand hatte, machte ich  mich auf die Suche nach einem neuen Anbieter. Die Alternativen in meiner Wohngegend sind begrenzt, für schnelles herkömmliches DSL wohn ich zu weit von der nächsten Vermittlungsstelle entfernt, also sollte VDSL her. Der anscheinend einzige Anbieter, der das momentan schafft, ist die Telekom.

Mit einem Flyer “DSL-Wechsel” in der Hand klickte ich mich ins Netz und stellte meinen Wunschtarif zusammen. Als ich den dann in den Warenkorb legen wollte, sagte mir das System, das sei nicht möglich. Immerhin wurde mir eine Telefonnummer angezeigt, an die ich mich wenden sollte. Dort erklärte man mir, der Vorgang sei nicht möglich, da ja noch ein DSL auf meinem Anschluss geschaltet ist. Welch Überraschung, ich klick ja nicht umsonst ein Programm an, das “DSL-Wechsel” heißt.

Also musste ich meine Kündigungsbestätigung faxen (welch Uralt-Technologie), um überhaupt meinen Bestellwunsch abgeben zu können. Ich hoffe, dass das wiederholen der Internet-Konditionen auf der Bestellung zur Einhaltung der versprochenen Gutschriften führt. Schließlich hat man mir ja die Nutzung des Internets verwehrt.

Dann tat sich erstmal zwei Wochen lang nichts. Daher fragte ich lieber per Telefon nach, ob mein Fax angekommen ist. Man sagte mir, alles ist OK, der Router wird eine Woche vor Schaltungstermin versandt und die Bestätigung auch dann.

Inzwischen hab ich meine Bestellbestätigung zum 2. Nov. Auf der Kündigung von 1und1 steht allerdings der 29.Okt., also klafft da eine Lücke von drei Tagen. Am Telefon versicherte man mir nun, der alte Anbieter gibt den Port erst am 2. Nov frei. Ich bin also gespannt, wie lange mein altes DSL noch funktioniert.

Die neue Information ist nun, dass somit frühestens am 3. Nov. mein neues DSL schaltbar ist, aber die Schaltung auch bis zu sechs(!) Tagen dauern kann. Zudem wird erst herkömmliches DSL geschaltet und dann später erst VDSL. Für einen Eintrag in der Datenbank halt ich das für arg lange. Immerhin speist momentan die Telekom mein Internet im Auftrag von 1und1 ein. Ich glaube nicht, dass da irgendwer auch nur ein Kabel anfassen muss.

Aber so ist es auch wenigstens nicht so problematisch, dass mein neuer Router noch nicht versandt ist und “spätestens” am 4. Nov. ankommen soll. Da konnte ich dann wenigstens noch eine andere Lieferadresse angeben.

Somit verabschiede ich mich hier in die Versorgungslücke. Fällt bei meiner Blog-Häufigkeit aber eh nicht weiter auf.

Tschüss 1und1

Ich bin seit sechs Jahren bei 1und1 DSL-Kunde. Man könnte mich somit sicher als treuen Bestandskunden bezeichnen. Zwar wohne ich zu weit vom nächsten Telekom-Verteiler entfernt und bekomme nur 3 MBit/s Datenrate statt der bezahlten Kapazität, aber immerhin funktionierte mein DSL-Anschluss fast immer problemlos.

Dann startete 1und1 im Oktober vergangenen Jahres eine riesige Kampagne für VDSL. Schnelle 25 oder gar 50 MBit/s waren das Versprechen, nicht abhängig von der Entfernung zum DSL-Verteiler und nicht viel teurer als mein aktueller Tarif, bei dem das Analog-Telefon noch über die Telekom läuft. Ich war überzeugt, also wollte ich bestellen.

Am Telefon wurde ich vertröstet: VDSL sei zwar an meinem Standort technisch verfügbar, für Bestandskunden kann das Angebot jedoch noch nicht geschaltet werden. Aber es geht bald los. Ich registrierte meine E-Mail-Adresse, so dass man mich schnell kontaktieren könne, wenn es denn losgige. Statt einer E-Mail bekam ich nach Monaten einen seltsamen Anruf, der keine Neuigkeiten brachte, aber mich mehrmals aufforderte zu bestätigen, dass es OK sei, mich anzurufen (was ich nicht ohne Einschränkung tat).

Ich rief im Dezember an, im Januar, im Februar. Inzwischen hieß es, es handelt sich nur noch um wenige Tage, bis es los geht. Inzwischen ist es Juli. An der Vertragswechsel-Hotline gesteht mir eine Mitarbeiterin ein, sie könne VSDL leider immer noch nicht schalten, gab mir aber eine andere Telefonnummer unter der das ginge. Ich schöpfte ein weiteres Mal Hoffnung. Leider gab es dort auch nur die Auskunft, VDSL stehe weiterhin nur für Neukunden zur Verfügung, aber bald, bald ist es auch für Bestandskunden möglich.

Ich erinnere mich noch gut, als 1und1 vor einem halben Jahr mit Marcell D’Avis angetreten ist, kundenfreundlicher zu werden. Etwa zur gleichen Zeit heiß es, man wolle die Ungleichbehandlung von Bestands- und Neukunden aufheben. Zu merken war davon allerdings nicht viel. Einzig, dass die teuren Service-Rufnummern durch normale Nummern ersetzt wurden. Das allerdings auch nur auf Druck der Verbraucherschützer. Das Blog von Marcell D’Avis sieht mit etwa einem Artikel pro Monat auch nicht sehr geschäftig aus. Für mich bleibt der Eindruck hohler Werbe-Blasen.

Wie man an der Geschichte sieht, bin ich ein sehr geduldiger Mensch. Aber nach neun Monaten ist auch meine Geduld aufgebraucht. Die leeren Versprechen haben all ihre Glaubwürdigkeit eingebüßt. Ich hab die Nase voll. Wenn nur noch der Neukunde zählt, dann werd ich halt Neukunde – Woanders!

Und zuletzt wäre schon allein der Kündigungsvorgang bei 1und1 ein Kündigungsgrund. Bestellen kann man alles mit ein paar unkomplizierten Klicks. Aber was einem zur Kündigung abverlangt wird, halte ich allein schon für eine Frechheit:

  1. Kündigung wird nicht im normalen User-Portal angeboten, man muss sich ein ein eigenes “Vertragsverwaltungsportal” einloggen (wenn man es denn findet).
  2. Man gibt seine Kündigung ein und wird noch auf 5 Seiten gefragt, warum man den kündigt.
  3. Wenn man dann die Kündigung mit 3 Monaten Verzögerung bestätigt hat, bekommt man einen Code angezeigt, den man per Telefon einem Mitarbeiter durchsagen muss.
  4. Die Telefon-Hotline frag zuerst nach der Kundennummer, die im “Vertragsportal” nirgends mehr angezeigt wird. Entgegen der Ansage, kann man sie nicht per Telefon-Tastatur eingeben, sondern muss sie ansagen. Nimmt man das Angebot an, ohne Eingabe der Kundennummer weiterzumachen, wird man aus der Leitung gekickt.
  5. Der Mitarbeiter weist einen noch einmal darauf hin, welche “tollen Leistungen” man verliert und wünscht viel Glück, bei einem anderen Anbieter eine genauso schnelle Leitung zu bekommen. Welche Farce: Wenn ich innerhalb des 1und1-Angebots den DSL-Tarif gewechselt hätte, wäre ich von 3MBit/s auf 2MBit/s heruntergestuft worden.
  6. Der Mitarbeiter schaltet ein PDF-Formular auf der Webseite frei.
  7. Man muss das Formular ausdrucken, unterschreiben und innerhalb von sieben Tagen per Fax oder Brief an 1und1 schicken. Sonst verfällt die Kündigung

Ich hab das dann mal alles getan. Tschüss 1und1. Tschüss Marcell D’Avis.

Digitale Videokabel

Heute mal eine ganz einfache Frage: Wie verbindet man einen Computer mit dem Monitor? Natürlich, mit einem Kabel. Aber mit welchem?

Seitdem die Flachbildschirme unsere Schreibtische erobert haben, hat das gute alte analoge VGA-Kabel ausgedient. Die Grafikkarte liefert ein digitales Signal, der Bildschirm stellt es digital dar: eine analoge Strecke dazwischen kann nur unnötige Qualitätsverluste bedeuten.

Der digitale Ersatz heißt Digitial Visual Interface, kurz DVI. Ein recht klobiger Stecker mit vielen Funktionen. So kann er z.B. auch weiterhin das analoge Signal weiterleiten (praktisch für Adapter nach VGA) oder auch zwei Monitor-Signale, die sogenannte Dual-Link-Variante. Und beim Begriff Variante beginnt das Unheil, denn jede davon definiert unterschiedlich viele Pins, die oft auch als unterschiedliche Stecker ausgeführt sind und damit leicht verhindern können, dass ein höherwertiges Kabel in eine weniger funktionale Buchse passt.

Der Unterhaltungsindustrie war das nicht nur zu kompliziert, sie störte vor allem, dass bei DVI kein Kopierschutz vorgeschrieben war. Denn so ein digitales hochauflösendes Monitor-Signal könnte man ja verlustfrei kopieren. Also quält man den Nutzer mit zwei weiteren Abkürzungen: HDMI, der Stecker, und HDCP, der Kopierschutz. Beim genaueren Hinsehen muss man aber sagen, dass HDMI nur den digitalen Teil von DVI auf einem anderen Stecker ist und HDCP auch schon auf DVI funktionierte. Die wirkliche Neuerung ist nur, dass der Kopierschutz zwingend vorgeschrieben ist. Würde mich aber alles nicht stören, wenn es denn in der Praxis so problemlos funktionieren würde, wie es die Instustrie behauptet.

Doch nicht genug der Kabel: Da DVI nun auch schon einige Jahre hinter sich hat und langsam – vor allem im Bereich extrem hochauflösender Displays – seine Schwachstellen zeigt, hat sich die VESA aufgemacht und einen neues rein digitales Übertragunsprotokoll standardisiert: DisplayPort. Größter Vorteil, es ist kein reiner Videokanal mehr, sondern ermöglicht auch die Rückübertragung von Signalen, die z.B. vom Touchscreen oder einer integrierten Kamera kommen. Passend dazu sieht der Stecker auch USB gar nicht so unähnlich. Na, das klingt doch mal praktisch, oder?

Zumindest in der Theorie. Denn während alle Hersteller von Grafikkarten und Monitoren an der Umsetzung von DisplayPort arbeiten, kommt eine nicht ganz so kleine Firma daher und stellt fest, dass dieser DisplayPort-Stecker für seine Notebooks viel zu groß ist. Und so definiert Apple Mini-DisplayPort und baut ihn in alle seine Geräte ein.

Und hier wird es nun wirklich lächerlich: Apple und auch Dritthersteller bauen Adapter von Mini-DisplayPort nach VGA und DVI, die echte Arbeit leisten, denn die Signale müssen komplett umgewandelt werden. Für den Apple-VGA-Adapter gab es kürzlich sogar ein Firmware-Update, das die Videoqualität verbessern soll. Jedoch gibt es bisher kein simples Kabel, das von Mini-DisplayPort auf normalen DisplayPort adaptiert. Und das, obwohl die Adern und Signale identisch sind, nur der Stecker ist verändert.

Also size ich hier nun mit meinem MacBook vor einem 30-Zoll Dell Display und soll mit für knapp hundert Euro einen Mini-DisplayPort nach Dual-Link-DVI kaufen, um die beiden Geräte miteinander betreiben zu können. Oder vielleicht lieber gleich ein Apple Cinema-Display? Klingt alles arg nach Geldschneiderei.

Ein ähnliches Problem haben übrigens MacPro besitzer, die ihren Computer unter dem Tisch stehen haben wollen. Denn die Kabel der neuen Apple-Displays sind sehr kurz. Und Verlängerungskabel gibt es für Mini-DisplayPort auch nicht.

Daher mein Appell: Liebe Kabel-Hersteller, bitte wacht auf! Hier gibt es echten Bedarf.

Update: Es ist gesichtet worden: das erste Mini-DisplayPort nach DisplayPort Kabel (via).

LED als Halogen-Ersatz

Bisher waren mir LED-basierte Leuchtmittel für den Hausgebrauch einfach zu teuer. Rund 10 Euro anstelle weniger Cent für eine herkömmlich Glühlampe erfordern schon viel Idealismus. Denn bis sich bei dem Preisunterschied die Stromeinsparung im Geldbeutel bemerkbar macht, dauert es schon eine Weile.

Nun ergab sich aber die Chance zum Test: Lidl bot LED-Strahler (mit 18 LEDs) für knapp 5 Euro an, passend in einer GU10 Fassung wie sie meine Lichtinstallation im Flur benötigt. GU10-Strahler zeichnen sich dadurch aus, dass sie direkt an 230 Volt Spannung betrieben werden. Das macht sie offenbar sehr teuer (3-4 Euro als Halogen) und aber anscheinend auch fehleranfällig. Ich hab bestimmt alle 5 Strahler schon einmal ausgetauscht. Einer ist sogar mit Funkenregen explodiert (so ziemlich mit Beginn des letzten Irak-Krieges, was wenig erbaulich war). Momentan sind 3 von ihnen defekt, ohne ausgetauscht worden zu sein. Nicht das ich es aufgegeben hätte, aber allein die Rechnung 5×50 Watt lässt einen da schon etwas an der Notwendigkeit von so viel Licht zweifeln. Denn eigentlich ist mein Flur auch mit zwei Strahlern nicht wirklich dunkel.

Also der ideale Ersatz: Kaum teuerer, langlebig und nur 1 Watt Leistungsaufnahme. Was man allerdings nirgends findet, ist eine Angabe zum Vergleich der Lichtstärke der LEDs mit einem herkömmlichen Strahler. Bei anderen Energiesparlampen war sowas zumindest früher mal üblich. Normalerweise sollte einen das schon stutzig machen. Allerdings wollte ich ja testen. Also – gesagt, getan – kaufte ich im nächsten Lidl (zwei Stunden nach Öffnung) den Restbestand von 3 Strahlern auf.

Solche guten Nachrichten verbreitet man ja gerne per Twitter. (b)nSonic war so nett, mich auf seinen LED-Erfahrungsbericht in seiner Podcast Episode #74 hinzuweisen – der allerdings eher ernüchternd ausfiel. Aber egal, immerhin waren ja seitdem zweieinhalb Jahre potentieller Entwicklungszeit vergangen und am Kauf konnte ich jetzt eh wenig ändern.

Somit stieg ich am späten Abend auf die Leiter und tauschte gespannt den ersten defekten gegen einen neuen LED-Strahler.

Erste Wahrnehmung: die Farbe. Obwohl ich beim Fotografieren sehr auf Farbtemperaturen und Farbabgleich achte und auch versuche, diese gezielt einzusetzen, war mir nicht bewusst, wie warm eigentlich das Licht eines Halogenstrahlers ist. Bis ich den Kontrast des kalten LED-Lichtes sah. Extremer Unterschied.

Dann, die Lichtstärke: Gegen die Helligkeit des 50-Watt-Strahlers ist dieses eine Watt nur ein schwaches Leuchten. Bereits bei 20 Watt kann man nicht mehr direkt in einen Halogenstrahler schauen. Beim LED-Gegenstück ist das allerdings problemlos möglich. Zudem ist beim LED-Strahler das Licht sehr auf einen Punkt gerichtet, während in der Halogenvariante ein sehr breiter Lichtkegel entsteht.

Fazit: Die Idee, einen Halogenstrahler problemlos durch LED-Technologie zu ersetzen, kann man beim aktuellen Stand der Technik direkt wieder vergessen. Allerdings gibt es durchaus auch Anwendungen in denen man nicht die Lichtstärke von mehreren Halogenstrahlern benötigt. Meinen Flur würde ich grundsätzlich dazu zählen. Allerdings konnte ich mich noch nicht dazu durchringen, die verbliebenen Halogenstrahler mal testweise zu deaktivieren. Denn eigentlich müsste ich ja zwei weitere LED-Strahler in die Fassungen setzen, um die Lichtstärke korrekt zu beurteilen. Zudem habe ich Bedenken wegen der Farbtemperatur. Denn der Flur ist der Ort, an dem ich meine Fotografien vergrößert und gerahmt aufhänge und ich habe mich daran gewöhnt, sie in dem warmen Licht zu sehen.

Letztendlich bin ich also noch nicht bereit, Halogen komplett aufzugeben. Allerdings werde ich die LEDs vorerst in den bisher nicht genutzten Fassungen lassen. Das gibt den Vorteil, etwas mehr Licht zu erzeugen, ohne den Stromverbrauch zu sehr zu erhöhen. Und da die Beleuchtung  von der hohen Decke eher indirekt über die Wände funktioniert, mischen sich die Lichtfarben. Momentan find ich diese Mischung ganz interessant, werd mir aber über die nächsten Tage noch eine abschließende Meinung dazu bilden müssen.

Nachtrag: Es war mir gestern dann zu spät, die nötigen Links in den Text einzufügen, was ich heute nachholen wollte. Beim morgendlichen Einschalten des Flurlichtes passierte es dann: einer der beide Halogenstrahler verbschiedete sich. Somit ist nun ein Segment meines Flures nur noch von einem LED-Strahler beleuchtet. Jetzt abends im Dunkeln muss ich sagen, dass auch die doppelte Lichtstärke dort nicht ausreichen würde. Und die Lichtfarbe gefällt mir gar nicht. Viel zu kalt. Gut, dass ich die Leiter noch nicht wieder in den Keller geschafft habe.

Kalibrierungstips

Ich hatte ja schonmal darüber berichtet, dass ich mit dem Spyder 3 Elite meine Monitore kalibriere.  Hier mal zwei ganz praktische Tips für die Kalibrierung unter Windows XP, die mir beim Einrichten meines neuen Monitors aufgefallen sind:

1. Tipp: Video-Fenster

Video-Fenster (z.B. im Windows Media Player) scheinen direkt gerendert zu werden, ohne dass die Profildaten dafür aktiv werden. Daher macht es Sinn, die Monitoreinstellungen bereits vor dem Kalibrieren so anzupassen, dass Videos angenehm erscheinen und z.B. Hauttöne korrekt aussehen.

2. Tipp: Applikationen mit Farbprofilunterstützung

Nach dem Kalibrieren fand ich plötzlich, dass meine Firefox-Fenster alle einen seltsamen Farbstich haben. Erst nach einigen Minuten fiel mir auf, dass Firefox während der Kalibrierung bereits lief. Die Farbprofildaten werden offenbar nur einmal beim Start geladen. Daher versuchte das Programm immer noch die Farben an das alte Profil anzupassen. Nach einem Neustart der Applikation funktionierte alles wie erwartet. Das dürfte sicherlich für alle Programme mit Farbprofilunterstützung zutreffen.

26 Zoll

Nachdem ich mir schon einen neuen Schreibtisch zugelegt hatte, war ich nun langsam auch meinen alte 19-Zoll-Röhrenmonitor leid. Er nahm einfach zu viel Platz auf dem Schreibtisch weg und bei der Bildschirmgröße, die ich vom Job her gewöhnt bin, wurde er mir auch zu klein.

Monitorauswahl

Die Lösung sollte ein Flachbildschirm sein. Zunächst schaute ich mich lange Zeit im 24-Zoll-Segment um. Meine Anforderungen waren soweit klar: Gute Kontraste, Blickwinkelunabhängigkeit und großer Farbraum. Reaktionszeit ist mir eher unwichtig. Ich bin Fotograf, kein Spieler.

Leider ist es sehr schwierig Testberichte zu finden, die einerseits aktuelle Modelle enthalten, andererseits auch noch halbwegs vertrauenswürdig sind. Da liest man zum Teil direkt widersprüchliche Aussagen. Allerdings konnte man herausfinden, dass die günstigen TN-Panels in Sachen Blickwinkelabhängigkeit und Farbraum eher schlecht abschließen. Andere Typen gibt es aber praktisch nur von EIZO und lagen nicht im Budget. Allerdings haben im Test von c’t die neuen Displays von LG und Samsung recht gute Noten erhalten, insbesondere der Blickwinkel liegt bei 160 Grad. Da der Preisunterschied dann nur noch gering war, enschied ich mich für den großen Bruder des getesteten Samsung SyncMaster T240,  das SyncMaster T260.

Fazit

Im direkten Vergleich fällt zuallererst auf, dass auf dem TFT die Hintergrundbeleuchtung das Schwarz immer deutlich heller erscheinen lässt, als auf dem Röhrenmonitor. Das lässt sich zwar etwas mit dem Helligkeitsregler justieren, aber komplettes Schwarz ist nicht erreichbar.  Nach der Kalibrierung fand ich die Farben fast identisch, die Röhre schien trotzdem ein ganz klein wenig wärmer. Den Farbumfang kann ich schlecht einschätzen, visuell sehe ich keine Unterschiede. Der Grauverlauf hat in einigen Bereichen leichte Stufen, darauf wird man achten müssen. Aber das haben auch die teureren Monitore in der Firma. Dafür ist die Schärfe deutlich angenehmer als auf dem alten Monitor. Man merkte sonst gar nicht wie verwaschen die Details dort wirkten.

Die Blickwinkelunabhängigkeit ist Helligkeitsbereich Klasse. Wie getestet kann man das Bild aus allen Richtungen erkennen. Vorsichtiger muss man aber bei der Farbe sein. Von der Seite kommt es recht schnell zu Verfälschungen. Wenn man sehr nahe am Gerät sitzt, kann das schon die Bildränder betreffen.

Insgesamt sind die 1920×1200 Pixel im Breitbildformat aber eine echte Bereicherung. In Lightroom passen die Werkzeuge perfekt neben das querformatige Foto (jetzt wurde mir der Sinn der Anordnung erstmal wirklich klar) und ich sehe immer noch deutlich mehr Auflösung des Bildes als vorher. Dadurch und durch die bessere Schärfe muss ich viel seltener in die Bilder hineinzoomen, was eine sehr praktische Arbeitserleichterung ist.

Auch wenn nich alles perfekt ist, bin ich am Ende sehr zufrieden mit dem Kauf. Der Monitor nimmt trotz viel größerer Bildfläche weniger Platz auf dem Schreibtisch weg. Und allein das ist es schon wert.

USB-Odyssee

Nach dem Aufbau meines neuen Schreibtisches habe ich endlich einfacheren Zugang zu allen Kabeln an meinem Heim-PC. Also genau der richtige Zeit ein paar Tests durchzuführen, wie ich am besten meine USB-Festplatten anschließe.

Bisher sah mein Setup so aus: Alle möglichen Geräte teilen sich die Onboard-USB-Schnittstellen. Die Festplatten hängen jedoch an einer PCI-USB-Schnittstellenkarte, um zu verhindern, das das BIOS versucht, davon zu booten. Gerade bei der 1TB-Platte verhindert allein der (nicht abschaltbare) Erkennungsvorgang nämlich schon das Hochfahren des Rechners. Außerdem interessierten mich die Einflüsse von HUBs und der Qualität der Kabel.

Zum Test wurde jeweils die selbe ca. 2GB große Videodatei transferiert. Gemessen wurde die Zeit (gemittelt über mehrere Versuche):

Versuch Zeit (ca.)
Onboard back 1:23 min
Onboard front 1:23 min
PCI no Name 1:51 min
Onboard back – billiges Kabel 1:23 min
Onboard back – mit USB-Hub 1:26 min
PCI D-Link 2:00 min

Die Beobachtung bestätigt, dass zwar keiner der Tests die theoretische USB2-Datenrate von 480 MBit/s erreichen (grob berechnet landen wir bei 24,7 MByte/s, also etwa der Hälfte), der einzige messbare Einfluss jedoch die PCI-USB-Karte ist. Der HUB erzeugt nur eine minimale Verzögerung, das 3-Euro-Kabel aus der Grabbelbox ist genauso fix wie das mit der Platte mitgelieferte Kabel. Der Geschwindigkeitsverlust über die PCI-Karte ist aber schon recht deutlich.

Da ich die PCI-Karte sehr billig gekauft habe, vermutete ich nun schlechte Produktqualität. Für ca. 10 Euro bietet die Karte 5 USB- und 2 Firewire-Ports. Also lief ich zum nächstgelegenen Hardwarehändler und erstand eine doppelt so teure Karte von D-Link. Ein Markenprodukt mit weniger Ports (nur noch 4 USB) und der Werbeaussage volle 480 MBit/s auf dem USB zu liefern.

Erster auffallender Unterschied war, dass im Gegensatz zum Board und der alten Karte nun NEC-Chips statt denen von VIA ihren Dienst verrichteten. Das Ergebnis im Test: glatte 10 Sekunden langsamer als die No-Name Karte. Enttäuschung auf der ganzen Linie.

Unklar ist mir aber die Frage, warum beide Karten so schlecht abschließen. Ist der PCI-Bus so langsam? Sind beide Karten schlecht implementiert? Die Karte war zumindest immer das einzige Gerät auf dem PCI-Bus und die Festplatte das einzig angeschlossene. Und laut Wikipedia müsste der PCI-Bus ab 2.0 locker die Datenrate bewältigen.

Somit habe ich nun wieder die No-Name Karte eingebaut und daran alle USB-1.1-Geräte angeschlossen. Die Platten kommen nun an die Onboard-Ports, auch wenn das bedeutet, ich kann die Terabyte-Platte erst nach dem Booten anschließen kann. Für eine Backup-Platte ist es aber wahrscheinlich eh keine schlechte Idee, sie nicht immer am Gerät zu haben. Allerdings muss ich nun etwas disziplinierter beim Backup sein.

25C3

Der 25. Chaos Communication Congress findet gerade im Berliner Congress Centrum (BCC) statt. Nach vielen Jahren der Abwesenheit hatte ich eigentlich geplant, in diesem Jahr wieder teilzunehmen. Leider hat mir – wie so oft – die Planung einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bereits heute Abend sind alle Karten ausverkauft – somit kann ich auch aufhören zu grübeln, ob ich es noch für ein paar Stunden schaffen würde.

Ich hab gerade die alten Eintrittskarten von den Kongressen, die noch im Haus am Kölnischen Park stattgefunden haben, weggeworfen. Dabei kommt ein echt melancholisches Gefühl zu Tage.

Immerhin kann ich mich mal in den Live-Stream einklinken, auch wenn das niemals das Gefühl vor Ort ersetzen kann.

Notiz an mich selbst: nächstes Jahr nichts dazwischen kommen lassen.

Der Apple-Hype

Ich kann ihn nicht verstehen: Den Hype, der in letzter Zeit um alle Apple-Produkte gemacht wird. Dass, wenn Apple einen Store in München eröffnet, mehrere Tausend Leute vor der Tür stehen und Einlass begehren. Oder dass ein Sprecher von Barack Obama mitteilen muss, der neu gewählte US-Präsident besitzt einen iPod. Schließlich konnte man auch vorher Apple-Produkte in Deutschland kaufen (z.B. bei Gravis, deren neuer Flagship-Store am Ernst-Reuter-Platz in Berlin einem originalen Apple-Store gar nicht unähnlich ist, nur dass er nicht ganz so voll wie jeder Apple-Laden, den ich in USA betreten habe) und es gibt wahrscheinlich hunderte verschiedene Fabrikate von MP3-Playern (z.B. auch Microsofts Zune-Player, dessen Besitz Obama von Apple-Anhängern vorgeworfen wurde).

Ich verstehe schon, dass Apple momentan einige Dinge richtig macht, die andere so nicht hinbekommen. Aber letztendlich ist ein Mac auch nur ein Computer, der genauso Macken hat, wie jeder andere (gut nachzuhören in wahrscheinlich jedem Mac-Podcast, ich möchte hier mal exemplarisch MobileMacs erwähnen, da Tim sich immer so schön aufregen kann). Nur hat es Microsoft nie geschafft, ein cooles Image aufzubauen oder die Kisten stylisch aussehen zu lassen. Dazu kommt, mit Vista als letztem Windows-Update kamen nur neue Probleme und Gängeleien für den Benutzer.

Auch das iPhone ist schick. Gar kein Zweifel. Meiner Meinung nach das erste Gerät, mit dem man mobiles Internet auch echt benutzen kann. Um Längen meinem Windows-Mobile PDA voraus. Aber auch nur ein paar wenige Schlüsselelemente, die Apple der Konkurrenz voraus hat: klares User-Interface, Muti-Touch-Bildschirm und die Reduktion auf wenige Schlüsselfunktionen (die erst durch den AppStore aufgeweicht wurde). Aber auch eindeutig ein Vorteil, den man bei einer kompletten Neuentwicklung hat: Kein anderer Telefonhersteller wäre in der Lage gewesen, ein so radikal anderes Modell zu entwerfen. Von den vielen vergangenen Jahren sind da einfach zu viele Altlasten angestaut, einerseits in den Köpfen, andererseits in den Budgets. Wer will es denn riskieren, dem Kunden etwas völlig unbekanntes vorzusetzen? Ein unkalkulierbares Risiko! Und das Budget reicht wahrscheinlich eh nur aus, um dem letzten Modell ein paar zusätzlich Funktionen dranzupacken. Und genau so sehen die Telefone der Mitbewerber aus.

Aber letztendlich halte ich das alles eher nur für geringe Vorsprünge, die genauso von anderen Systemen aufgeholt werden könnten, wenn jemand mutig genug wäre, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Und Kritikpunkte an Apple gibt es ja auch nicht wenige: nicht austauschbare Akkus, NDAs, unvorhersehbare AppStore-Politik, DRM, etc. Momentan ist wohl Steve Jobs der Mann, der den Nerv der Zeit am besten trifft. Wie wacklig das ist, zeigt sich bei jeder Spekulation um seinen Gesundheitszustand, die den Apple-Aktienkurs auf Talfahrt schickt. Hoffentlich holt er sich keine Erkältung!

Bleibt mir nur noch, mit der wenig bissigen (M)Apple-Kritik der Simpsons zu schließen, die zumindest ein bisschen mit dem Hype aufräumt: